Digitale Einblicke in die Ausstellung „SETZEN STELLEN LEGEN“ von Zoé Hopf im 1822-Forum

Das 1822-Forum der Stiftung der Frankfurter Sparkasse – eine Galerie für junge Künstler*innen

Digitale Einblicke in die Ausstellung „SETZEN STELLEN LEGEN“ von Zoé Hopf im 1822-Forum

Seit 1970 betreibt die Frankfurter Sparkasse das 1822-Forum als nicht-kommerzielle Galerie in der Frankfurter Innenstadt. Noch nicht etablierte Künstler*innen aus Frankfurt und Umgebung haben hier Raum und Gelegenheit, ihre erste eigene Ausstellung zu organisieren und einen Ausstellungskatalog zu konzipieren. Auch in diesem Jahr bietet das 1822-Forum insgesamt sechs jungen Künstler*innen die Möglichkeit, ihre frischen Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die aktuelle Künstlerin ist Zoé Hopf.

Die Künstlerin Zoé Hopf

Zoé Hopf wurde 1990 in Isny im Allgäu geboren und arbeitet und lebt zur Zeit in Offenbach am Main. Seit 2016 studiert sie Kunst an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main.

Die Welt ist blau, die Schatten sind weiß geworden

Zoé Hopfs Arbeit liegt seit einiger Zeit ein frühes Verfahren der Fotografie zu Grunde: Die Cyanotopie. Ein fotografisches Negativverfahren, das auf auftreffendes UV-Licht reagiert. Eine Welt aus Licht und Schatten. Für die Schattenarbeiten werden die präparierten Leinwände lichtdicht verpackt und mit nach draußen genommen. Sie werden direkt in den Schatten der Bäume oder Sträucher gelegt und je nach Stärke des Tageslichts etwa zwischen 5 und 20 Minuten belichtet. Der Schatten wird so auf der Leinwand abgezeichnet und eingefangen.

Dort, wo das Licht die Leinwand nicht trifft, zeigen sich Schatten oppositär zu ihrer sonstigen Natur, dort wo Licht flutet – ein sattes Blau. Der Sonnenstand und der Einfluss des Windes variieren die Ausdehnung, Form und Konturen der Objektschatten. Arbeiten, die im Außenraum entstehen und sich mit der Flora auseinandersetzen, tragen diese natürliche Willkürlichkeit in sich. Büsche, Bäume und Gräser zeichnen sich in ihrer Lebendigkeit ab. Andere Arbeiten weisen eine bewusstere Strenge auf. Sie entstehen unter Kunstlicht. Lichtintensität, Zeit und Distanz werden zu kontrollierbaren Faktoren.

Es ist die Schlichtheit des Prozesses und die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Gegenstand der Fotografie, die die Künstlerin an der Arbeit reizen. Zudem erlauben ihr die Technik der kameralosen Fotografie mit unterschiedlichen Materialien und Stoffen zu arbeiten.

Die Ausstellung

„SETZEN STELLEN LEGEN beschreibt treffend den Werksprozess der Künstlerin. Eine handwerkliche Kontinuität, die der Entstehung zugrunde liegt und sich mit der puristischen Präsentationsform verschränkt. Die scheinbar monochromen Werke bestehen zumeist aus Bildserien, die sich an Sujets abarbeiten. Beim Betrachten wird die Neugierde, hinter das Geheimnis der Stofflichkeit eines Objektes zu kommen, hervorgerufen. Die Nuancen der Blautöne lassen jene erahnen. Bilder von Landschaften drängen sich als Referenzen auf, Jahreszeiten, Diffusion.“

Text: Jana Bissdorf

Digitaler Rundgang durch die Ausstellung

Die Ausstellung von Zoé Hopf ist derzeit im 1822-Forum aufgebaut, welches jedoch aufgrund der Corona-Beschränkungen bis auf Weiteres geschlossen ist. Aus diesem Grund hat die Künstlerin eine digitale Führung durch die Ausstellung erstellt, die Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=oMN2x5dfFYE&t=10s sehen können. Hier ist außerdem der Katalog der Ausstellung digital verfügbar.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Erkundung der Ausstellung „SETZEN STELLEN LEGEN“.

Video von Bill Raab

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