Der Schuster, der nicht (nur) bei seinen Leisten blieb

Die älteste von der Frankfurter Sparkasse verwaltete Stiftung unterstützt blinde und stark sehbehinderte Kinder sowie bedürftige Frankfurter. Gegründet hat sie 1970 der Schuhmacher Hermann Gassen.

Der Schuster, der nicht (nur) bei seinen Leisten blieb

Nachdem er seine Gesellenjahre auf Wanderschaft in verschiedenen Großstädten und im Ausland verbracht hatte, eröffnete der Sohn eines Weinbauers nach dem ersten Weltkrieg einen Schuhmacherladen in Frankfurt. Die Geschäfte florierten, und so nutze Hermann Gassen schon bald die Chance, mit sicherem Gespür in Grund und Boden zu investieren. Damit schuf er die Voraussetzung für sein späteres Vermögen. Zwar brachte die Inflation 1923 / 24 herbe Verluste, die ihn zu einem Neubeginn zwangen. Doch mit den sicheren Rentenmarktzeiten wuchsen das Vermögen und der Grundstücksbesitz wieder stetig an.

Das Privatleben des Handwerkers gestaltete sich weniger glücklich: Sein einziges Kind verstarb in jungen Jahren und seine Frau, Katharina Gassen, war lange pflegebedürftig. Ihr Tod im Jahr 1969 brachte den Witwer dazu, sich mit der Nachlassregelung seines Vermögens zu beschäftigen. Auf Empfehlung seines Beraters bei der Frankfurter Sparkasse verfügte er in seinem notariellen Testament die Errichtung der Hermann und Katharina Gassen-Stiftung.

Wünsche des Stifters konsequent umsetzen - auch 50 Jahre nach seinem Tod

„Die Frankfurter Sparkasse verwaltet die Stiftung noch heute. Damit hat der Stifter dafür gesorgt, dass seine Wünsche auch nach seinem Tod umgesetzt werden“, fasst Stephan Yanakouros vom Stiftungs- und Nachlassmanagement der Frankfurter Sparkasse die Geschichte zusammen. Er setzt als Verwalter der Hermann und Katharina Gassen-Stiftung den testamentarischen Willen des Stifters um. Da Gassen seiner Wahlheimatstadt Frankfurt sehr verbunden war, hatte er in seinem Testament verfügt, dass die Stiftung vornehmlich in Frankfurt geborene oder hier wohnende bedürftige Menschen unterstützen sollte. Insbesondere blinde und stark sehbehinderte Kinder sollten hiervon profitieren. „Den Stiftungszweck setzen wir zum Beispiel um, indem wir die Kosten für eine gute Schul- und Berufsausbildung oder für die Pflege übernehmen. Auch wenn Hilfsmittel für die Pflege, Betreuung oder Behandlung angeschafft werden müssen, unterstützen wir dies“, berichtet Yanakouros.

„In den fast 50 Jahren ihres Bestehens hat die Hermann und Katharina Gassen-Stiftung bereits etwa 4,5 Mio. Euro ausgeschüttet. Damit haben wir zum Beispiel Bewegungstherapien für Menschen gefördert, die an Multiple Sklerose erkrankt sind, und die die Frühbetreuung blinder und stark sehbehinderter Kleinkinder sowie Rentnerinnen und Rentner mit sehr geringem Einkommen unterstützt“, berichtet Yanakouros. Die praktische Hilfe für Bedürftige spreche sich herum, so dass die Stiftung immer mehr Anträge erhalte. „Jedes Anliegen hat seine Berechtigung, daher ist es häufig schwer, eine Entscheidung zu fällen. Insofern diskutieren wir intensiv über die Mittelvergabe und fragen uns auch, was wohl Hermann Gassen getan hätte. Denn sein Andenken füllen wir durch unsere Arbeit mit Leben.

Detaillierte Informationen zur Gründung einer Stiftung und zum Stiftungsmanagement der Frankfurter Sparkasse finden Sie unter mainfrankfurt.org/stiften/. Sprechen Sie uns an!

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